Tag nach dem Beben.
Obwohl ich erst gegen 4 Uhr ins Bett war, stand ich kurz vor 8 Uhr auf, um mich mit den anderen zum Frühstück zu treffen. Als wir letzte Nacht heim kamen sahen an wir an der Tafel im Wohnheim, dass viele Bewohner die Nacht nicht im Wohnheim verbrachten, sondern auswärts nächtigen durften. Ich betrat nun die Mensa und als man mich sah, wurden Geräusche der Überraschung hörbar, so als ob man einen Geist sieht. Sakamoto san und die Küchenfrauen fragten mich darüber aus, ob es mir und den aderen gut ging und ob wir denn auch im Wohnheim geschlafen hätten. Sie hatten davon gehört, dass keine Züge fuhren und waren dem
entsprechend überrascht uns früh schon zu sehen. Nach ein paar Minuten kamen dann auch die anderen drei und wurden wiederum von Sakamot san ausgefragt. Beim frühstück dann sahen wir im Fernsehen weiter schreckliche Bilder von der Tsûnami. Es kam auch Juliana zum Essen, von der wir erfuhren, dass es ihr gut ging, sie auswärts schlief und früh zum Wohnheim zurück gehkehrt war. Es kam auch Jeff der uns mitteilte, dass kurz bevor er das Wohnheim verlassen wollte, plötzlich das Beben war und er dem zu folge zu Hause blieb. Wir beendeten das Frühstück und sahen immer wieder Bewohner, die gerade erst von außerhab heimkehrten. Wir machten einen Termin für 11 Uhr aus und gingen nochmal auf unsere Zimmer um weiter email zu schreiben. Gegen 11 Uhr liefen wir mit Jeff zusammen zum Sagamiôno Bahnhof um dort einen Italiener zu besuchen, allerdings fanden wir nichts passendes und deckten uns fürs Mittag im Supermarkt ein. In diesem gab es noch alles, von leeren Regalen und angeblichen Hamsterkäufen war keine Spur.
Auch blieben die Japaner ruhig und es war ein Tag wie immer. Nun einzig der Umstand, das keine Züge fuhren, machte uns bewusst, das doch etwas nicht stimmt. Wir aßen bei Alex im Zimmer und redeten darüber, ob wir nun schon eher zurück reisen oder nicht. Es kam nichts bei raus!. Wir beschlossen nochmal schlafen zu gehen, und uns zum Abend wieder zu treffen. Nach dem Abendbrot trafen wir uns noch mal, und plötzlich erzählte Jenny, das ihre Eltern schon einen Rückflug gebucht hatten. Jetzt suchte auch Alex einen Flug und siehe da, sie flogen beide im gleichen Direktflug zurück nach Deutschland. Nun suchten auch ich und Markus einen Flug und buchten ihn für Dienstag 14 Uhr. Wir hatten zwar schon Flüge anvisiert die eher ging, aber wir waren eben doch nicht die einzigen die abreisen wollten. Bin rückblickend ein wenig froh, dass wir noch einen Tag länger da waren, so konnten wir das Phänomen der leeren Regale, nicht fahrender Züge und Stromabschaltungen live mit erleben und vorallem auch die Gelassenheit und Ruhe der Japaner.
Am meisten Panik verbreiteten immer noch die Ausländer im und aßerhalb des Landes. Ich muss sagen, dass ich mich bis Dienstag in Japan sehr sicher fühlte und froh darüber bin, der Panikmache deutscher Medien nicht ausgesetzt gewesen zun sein. Vom Schaden am Atomkraftwerk bekamen wir im japanischen Fernsehen wenig mit und wenn dann konnte man es schon viel früher auf Zeit.de oder anderen dt. Portalen nachlesen.
Zwei extreme der Informationsverbreitung konnten hier beobachtet werden.
letzter Sonntag
Wir trafen zum Frühstück bei Alex zusammen und erfuhren, dass uns Shizuka zum Mittag trafen wollte, um unsere Abreise zu planen. Sie hatte schon die Bustickets für Montag und Dienstag organsiert. Nochmal vielen Dank dafür, dass sie uns so gut beraten und unterstützt hat. domo arigatou gozaimasu
Wir waren wieder für das Mittagessen im Kombini und aßen dann zusammen bei Alex im Zimmer. Abends wollten wir Kappasushi essen gehen, aber Jeff hatte Angst, das schon verstrahlter Fisch angeboten wird... . So sind wir wieder in den Supermarkt und haben leckere Sachen eingekauft. Ich habe auch ein japanisches Getränk entdeckt, das sich sogar lohnt importiert zu werden: Suntori Strong Zero. Ein 8%iger alkopop ähnlicher Chemiecocktail, Ideal um auf andere Gedanken zu kommen, bzw. welche zu vergessen. Sonntag fand eigentlich ein matsuri in enoshima statt, allerdings bestand noch tsûnami warnung und wir wussten auch nicht, ob Züge hin und wenn, auch wieder zurück fuhren. So blieben wir die restlichen Tage in der Nähe des Wohnheims.
Montag, Ruhe, aber eine sehr bedrückende!
Jenny und Alex verließen an diesen Montag das Wohnheim schon gegen halb 5. Ich traf mich mit Markus und Jeff gegen 8 Uhr zum Frühstück. Währendich mein vorletztes japanisches Mahl genoß, konnte, aß Markus gar nichts. Wir hatten nun die Aufgabe zu bewältigen, unsere E-Tickets aus zu drucken. Das freundliche Wohnheim war selbst in Notfällen nicht bereit, mal irgendeine Ausnahme zu machen, weder haben sie mal einen dort sdchlafen lassen, weswegen Shizuka sich ein Hotel nehmen musste, noch konnte man nicht von dort anrufenoder etwas aus drucken. Schon komisch.
Aber wir hatten ja Jeff, unseren freundlichen Taiwaner, mit dem wir den ganzen Montag verbrachten. Es galt also nun das E-ticket aus zu drucken, und aus unerfindlichen Gründen brauchten wir 3 Versuche, bis wir se endlich in den Händen hielten. Aber das Kopiergerät im Seven-Eleven mag weder .doc, noch deutsche USB-Sticks, aber zum Glück hatte Jeff einen SD Karte, die das Gerät erkannte.
Nach dem wir nun unsere Tickets hatten, ging es weiter zum Einkaufen des Mittagessens. Wir hatten gehört, das gegen 2 Uhr der Strom abgestellt werden sollte und mir war klar, das ab diesem Zeitraum auch die alle
Läden zu machen würden. Wir versuchten nun im ersten Kombini etwas Nahrhaftes zu finden, aber vergeblich. Nur leere Regale und lange Schlangen gab es zu bestaunen... .
| Im Kombini gabs schon leere Regale. |
| Keine Flucht aus der Stadt. Eher die Fahrt zu Arbeit. |
Ich sah auch lage Autokolonnen, jede größere Straße war zu. Aber in den Autos sahs meist nur eine Person. Es war also keine flucht, sondern ein mehr oder weniger normaler Berufsverkehr, der einsetzt wenn keine Züge fahren. Im größeren Sanwa gab es zwar auch leere Regale, aber noch genügend Lebensmittel. Die Sachen, die allen schmecken waren natürlich als erstes alle. Es sah aber dennoch schon ein wenig verstörend aus... . Vorallem auch wieder die riesen Schlange vor den Kassen. Ich kaufte zusammen mit Jeff ein, neben Sushi und anderen Sachen, auch Grünteeeis und Strong Zero. Kurz vor 2 Uhr waren wir wieder im Wohnheim und aßen dann zusammen, tranken Bier und spielten Karten. Von der angeblichen Stromabschaltung war nichts zu bemerken, jedenfalls im Privathaushalt nicht.
| Aber auch im Sanwa gab es lange Schlangen und.... |
| leere Regale.... . |
Am späten nachmittag kamen Shizuka und noch zwei unserer japanischen Betreuer ins Wohnheim. Wir sprachen unsere Abreise mit dem Bus noch einmal durch. Shizuka hatte 2 Tickets nach Haneda bestellt und falls der Bus nicht fahren sollte, hätte uns eine Assistentin von Frau Waragai zum Flughafen gebracht. Unsere Abreise war nun völlig durchgeplant. Shizuka schenkte uns noch etwas, Wir bedankten uns bei ihr und verabschiedeten uns. An diesem Abend ging ich schon recht zeitig ins Bett, denn es sollte gegen viertel 7 Uhr losgehen. Vor dem Schlafengehen trank ich noch ein Strong Zero und schon schlief ich viel besser.
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