Dienstag, 17. Juli 2012

Inaka Teil 2

Hey,
wer mit diesem Eintrag beginnt, den bitte ich erst den darunter liegenden zu lesen. Danke :)


Also, 6:10 Montag morgen, dem 16.7.2012 ging es auf zur Besteigung des höchsten Berges Japan, dem Fujisan. Wir hatten uns am Samstag ein 2Tages Ticket für den Fuji besorgt, man konnte hin und zurückfahren und alle Züge um den Fuji nutzen. Der Preis war sehr angemessen. Und 2 Tage reichen normalerweise aus, um den Berg zu besteigen. Unsere Reisegruppe bestand aus 3 Personen, Mir, Tangela und Ricky (er kommt aus Indonesien).
Also gegen viertel 8 trafen wir uns in Shinjuku, und von dort ging es dann Richtung otsuki mit dem Super Express, der dennoch eine Stunde brauchte.
Man sah ihn schon aus Tokyo

Blick aus dem Zug auf das schöne ländliche Japan
In ootsuki stiegen wir um, in eine Bimmelbahn, die überall anhielt, aber es war dennoch schön, denn die Bahn war verglichen mit Tokyo aber sowas von leer. Sehr angenehm :)
Der Berg kommt näher, oder wir ihm?

auf dem Bushalteplatz in mt. fuji. 
Wir fuhren mit dem Bus auf eine Höhe von 2300 Meter, dort ging es zu wie auf dem Rummel. Alles voller leute, die sich besondere Postkarten mit Stempel kauften und natürlich noch tonnenweise omiyage erwarben. Omiyage sind mitbringsel, die meist aus Süßigkeiten bestehen. Angeblich spezielle Süßigkeiten, die es nur an dem ort gibt. Naja^^. Ich habe natürlich auch beides erstanden :)
Nur noch 1500 m.
Gegen 11.15 fingen wir an zu laufen, und ich merkte bald, dass mein Tempo zu viel ist, für die beiden. An der Station, an der es dann wirklich Richtung Spitze geht, trennten sich unsere Wege, und ich machte mich allein weiter auf die Spur. Wir waren alle drei nicht besonders gut ausgerüstet, keiner hatte Wanderschuhe, oder einen Stock, wie ihn fast alle japaner trugen. Ich war aber auch nicht mehr besonders müde, dafür aber hoch motiviert auf den Gipfel zu kommen. Naja, so kletterte ich dann allein weiter. ich überholte auch gelegentlich paar Kletterer, sogar eine Gruppe gleichaltriger, die mit extra Sauerstoff ausgestattet waren. ich vermute, der berg mag keine Ausländer aus dem Westen, denn die wirkten alle müde und träge. Die Japaner dagegen wirkten alle so, als ob es ganz normal wäre^^ Manche joggten auch auf den Berg, in Turnschuhen und kurzen Hosen, rannten sie Hoch und dann wieder runter. Wir ein Wettlauf....
hier ist so ein Verrückter, auf dem Weg nach unten...

Aller 400 Meter gab es Hütten, wo man sich ausruhen und was kaufen konnte. Ausruhen musste ich mich auch dort. Denn es war sehr warm zu beginn, ich trug den Rucksack mit den Sagen für 2 Tage und eine dicke Jacke und sowas brauchte man auch. Der Wind war dann ziemlich stark und kühl.
in dem Ort lag unser Hostel

der Aufstieg kurz vor dem Gipfel

Geschafft:)        die modische Mütze flog dann bald davon...

Blick vom Abstieg und auf den Abstieg

Auf dem Gipfel angelangt, war das Wetter schlecht.... . Der Wind war ziemlich brutal, man sah nichts, vielleicht 40 m, dann war Schluss. Rein offiziell ist nach dem Tor auf dem Bild, noch nicht der Gipfe. Der ist eigentlich bei einer Wetterstation, aber dafür braucht man eine weitere Stunde und ich war unter Zeitdruck, musste gegen 7 Uhr wieder auf dem Parkplatz sein.  Jedenfalls erreicht ich den "Gipfel" gegen viertel 4.
Der Abstieg war viel härter als der Aufstieg..., meinen Schuhen sieht man es noch an, sie haben nun Lüftungslöcher, denn der Abstieg bestand aus Wegen kleiner Steine, die nach unten rutschten, wenn man drauftrat, also "surfte" ich sozusagen nach unten. Am Anfang ging das noch ganz gut, aber dann rutschte man immer wieder weg und musste aufpassen nicht hinzufallen... . Meine Unterschenkel taten arg weh^^, gegen 6 kam ich dann auf dem Parkplatz an
wieder unten :)
Interessant war, dass man auf dem Berg ununterbrochen Internetzugang hat :). Wir warteten noch auf dem Bus, kauften vorher noch omiyage ein :)   und trafen wieder Deutsche, ein Vater mit seinem Töchterchen auf Japanreise. Allerdings für eine Besteigung des Berges übernicht nicht passend gekleidet...  egal.
Auf dem Weg nach unten im Bus, sah ich wirklich ein Reh, da wusste ich, dass ich wirklich auf dem Land bin:)


Die Deutschen wohnten zufällig auch im gleichen Hostel, also konnten sie uns den Weg weisen. Wir checkten ein, bezahlten und gingen nochmal Essen. Wir fanden in einem chinesischen Restaurant, wirklich leckee Sachen, mjamm. Wir kehrten zurück, duschten und fielen erschöpft in die Kiste:)


Blick aus dem Balkon vom Hostel

Am nächsten Tag ging es zum Fuji Q. Einem Vergnügungspark mit Fahrgeschäften bei denen ich nun weiß, warum ich sie bisher nicht gefahren bin ... .    Beim ersten fuhr man Loopings sowas, allerdings drehte man sich dabei schon die ganze Zeit. Oh gott, es war interessant, aber ein zweites Mal, mmh....
Die nächsten waren nicht so schlimm, aber die Hitze, es brannte den ganzen Tag die Sonne, und das Warten von meist einer Stunde, war doch sehr ermüdend. Nach dem 5tenFahrgeschäft überkam mich eine Übelkeit, die nicht mehr wegging. Naja, gegen 5 verließen wir den Park und gingen wieder zum Essen ins chinesische Restaurant^^.  Leider nahm ich meine Kamera nicht mit in den Park. Es haette immer die Möglichkeit gegebene, sein Zeug in einen Spinnt zu tun, naja, passiert. Der Vergnügungspark war dennoch schön, allerdings machten sich bei mir, dann Abnutzungserscheinungen, speziell im Oberschenkel bemerkbar ;)

Das Riesenrad. Rechts darüber sind man Lichter am Berg, dies sind die Hütten, denn man kann auf dem berg übernachten:)
Unsere Rückfahrt begann 20:20Uhr und dann tatsächlich 11:40 waren wir wieder in Hiyoshi.  Es waren 3 sehr schön Tage :)  Zum Fuße des Fuji muss man eigentlich nochmal fahren, denn es gibt noch 5 schöne Seen zu sehen, sowie ist die Natur und die Ruhe einfach herrlich.

heute am 18.7. mach ich deshalb erstmal eine Pause, denn mir steckt der Berg immernoch in den Knochen:)





3 Tage im Inaka (ländliches Japan) Teil 1

Hey ich habe ja lange nichts von mir hören lassen,
aber seit letzten Freitag ist der Unterricht vorbei, und ich habe 3 sehr schöne Tage verbracht.
Am Sonntag ging es mit japanischen Studenten ins Nagano-Ken. Und diese Präfektur kann man getrost dem ländlichen Japan zu schreiben. Die Studenten die ebenfalls an der Keio sind, habe ich über den cosmic Club kennen gelernt. Jeder Student muss in einem Club sein. Man kann zwischen Sportclubs, Zeitungsclubs usw. auswählen. Es gibt sogar einen, deren Inhalt daraus besteht, einmal in 2 Monaten ins Disneyland zu gehen... .
Dieser Cosmic club jedenfalls bescäftigt sich mit den Austauschstudenten und "bietet" sagen wir "Gesprächstraining" an. Meist trifft man sich auf einen Kampus der Keio und redet dann drauf los, anschließend wird der Abend mit einem Essen abgeschlossen. So war ich schon Okonomiyaki (Art Plinse in deren Teig aber viel Gemüße ist), Sushi, katsudon (fritiertes Fleisch aller Art) und so weiter essen.

Als Abchluss des Semesters haben sich die Japaner von cosmic gedacht, mit mir und Tangela (eine Amerikanerin aus Boston) in eine Hütte in Nagano ken zu fahren. Also trafen wir uns Sonntagfrüh halb 8 am Hiyoshi bahnhof, und leihten uns anschließend einen Wagen aus. Wir waren insgesamt 7 Personen, dementsprechend wurde es auch ein riesiger Toyota. Es dauerte eine Stunde bis wir auf der Autobahn waren, aber dann fing das Grauen erst an, wir benötigten weitere 3 Stunde um Tokyo zu verlassen. Unglaublich, und mir wurde gesagt, dass dies mehr oder weniger Normal ist am Wochenende^^, Dazu kam noch das der Montag, Tag des Meeres war, also Nationaler Feiertag . Naja. als wir dann endlich Tokyo Richtung Westen verließen, und wir in den Bergen verschwanden, war es wirklich wie eine andere Welt. Weniger Autos, unzählige Berge und Täler und Natur. Die Autobahn wirkte dagegen irgendwie surreal, nicht wirklich passend^^
schon in den Bergen, aber noch im Stau

Die Aussicht war grandios und wurde eigentlich nur besser

Angekommen im Inaka. Es ging natürlich in ein     italienisches Restaurant, aber immerhin ein berühmtes^^
Gegen 2 Uhr kamen wir dann wirklich an, und passierten zwischen durch weite Täler, die ganz nach japanischer Weise zugebaut waren, allerdings war das Verhältniss von Gebäuden und Feldern gleichmäßig^^
Naja, wir aßen als erstes in einem Italienischen Restaurant, wo auch sonst. Aber da dieses Restaurant berühmt ist, geht das in Ordnung. Japaner gehen meistens nur zu berühmten Restaurant, man erkennt sie an den langen Schlangen, bei denen man schon mal paar Stündchen verweilen kann.

Anschließend fuhren wir zu der Hütte, die wirklich abgelegen ist. Sie erinnerte mich an ein schwedisches Blockhaus. Allerdings war das Arreal in dem die Hütte stand, anscheinend für solche Gebäude ausgewiesen. Man sah auch futuristische Gebäude, die überhaupt nicht zur Natur passten. Aber egal.
Man hatte seine Ruhe, kaum Leute, kaum Lärm, nur unzählige Insekten, denen auch mit Chemie und sonstigen Mitteln nicht beizu kommen war. Meine Beine zeugen davon ....
Der Anblick täuscht, im Inneren gibt es alles was der Großstadtmensch braucht. Inklusive Waschmaschine^^
Wir fuhren weiter in der Gegen herum und sahen nur terassenförmige Reisfelder, Gewächshäuser umrahmt von bewaldeten Bergen. Auf den Feldern arbeiteten meist nur ältere Herrschaften. Jugend war allgemein wenig zu sehen.

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Wir suchten dann eine kanadische Farm, und fanden sie auch mitten im Wald gelegen. Sie wirkte sehr alternativ, und bietet für Stadtmenschen eine schöne Abwechslung. Dort traf wir auch eine Deutsche, die dort für Kost und Logie schon seit 3 Monaten arbeitete. Unglaublich wo man überall Deutsche trifft, mitten im Niemandsland^^
Die letzte Station im Inaka bestand aus der Anwendung von Feuerwerkskörpern, auch Hanabi genannt. In Japan sind diese immer zu kaufen. So kleideten sich alle in traditionelle japanischen Gewänder und ließen es krachen.








Gegen 9 Uhr war dann alles angezündet, verbraucht und eingepackt und so begann die Rückreise. Hach, ich dachte ja, mitten in der Nacht da wird schon niemand auf der Autobahn sein. Weit gefehlt, wir benötigten ebenfalls 5 Stunden um nach Tokyo zu kommen. Anscheinend fahren alle Nachts, wir waren auf einem Rastplatz wo wir erstmal 30 minuten anstehen mussten um drauf fahren zu können... Naja, und dort war dann die Hölle los. Um 12 Nachts, alles voller Menschen, unglaublich. Aber als wir dann die Berge hinteruns ließen waren die meisten Autos wieder weg. mmh

Jedenfalls war ich dann endlich um 3 wieder zu Hause, wir schafften vorher noch welche nach Hause. Ab halb 1 fährt nichts mehr außer Taxis.... . Naja, war interessant, die Straßen sind glaube ich niemals leer :)
Um 4 lag ich dann endlich im Bett aber konnte nur 2 Stündchen schlafen, denn es ging um 6 Uhr ja wieder los. Diesmal zum Fujisan.