Ich werde nun meine fast täglichen Erlebnisse des Bahnfahrens während der Rushhour kundtun.
Ich verlasse kurz nach halb 8 das Wohnheim, um den 10 minütigen Weg bis zum Bahnhof zu laufen. Da fallen einem die ersten Erscheinungen der Rushhour auf. Je näher man dem Bahnhof kommt, umso mehr Japaner eilen die Straße entlang. Die Damen tragen fast alle Absatzschuhe, manche sogar Highheels. Warum sie sich mit diesen Schuhen jeden Tag den Weg antun wird ewig ein Rätsel bleiben. Bei manchen sieht der Gang dann dementsprechend auch ungesund aus... . Es fällt auch auf, dass viele schwarze Röcke und Jackets tragen, das sid dann die sogenannten office Ladys. Die Herren tragen auch fast alle lange Hosen, bzw. eben Anzüge. Sie sehen aus wie Lemminge die zum Ausgang marschieren, hier nun aber zum Bahnhof. Kurz vor dem Bahnhof halten dann noch mal extra Busse, für die Personen die eben doch mehr als 2 Kilometer zum Bahnhof laufen müssten. Busladungsweise eilen dann die Menschen in den Bahnhof hinein, um ersteinmal einzuchecken, danach gehen sie die vielen Treppen zum Bahnsteig hinunter. Ich bin immer mittendrin. Unten auf dem Bahnsteig gibt es links und rechts Markierungen für die kommenden Züge. Eine für nun kommenden, und dann zwei für die nächsten Beiden. Und an allen stehen Menschen, auf beiden Seiten. Und selbst wenn ein Zug einläd und abfährt, bildet sich sofort eine neue Schlange. Unten stehend ist zu beobachten, wie ein unendlich scheinende Masse von Menschen die Treppe hinabströmt. Steht man also in einer Schlangen, darf man sobald der Zug anhält einsteigen, und das ist meist etwas ruppig..., die ersten in der Schlange haben das Glück während der Fahrt zu sitzen. Ich stell mich meist in den Gang zwischen zwei Türen. Ein Wagon ist grob 25m lang, und es gibt 8 davon. Und obwohl ein Zug viele Menschen fassen kann, stehen zur rushhour immer Menschen am Bahnsteig.... . Naja, die Fahrt dauert grob 40 Minuten. Während 3 Haltetsellen wird es besonders voll. heute zum Beispiel waren soviele drin, das sich viele gar nicht mehr festhalten konnten und bei jeder ungewohnten Bewegung des Zuges hin und her geschoben wurden. Ein riesiges Gequetsche... und das schönste daran ist die Aufschrift im Zug, die anderen doch bitte nicht zu belästigen ;). Naja, in Mita steige ich aus, wie auch viele Büroangestellte, die zu den vielen Hochhäusern durch kleine Gassen strömen, nachdem sie den bahnhof verlassen haben. Nach 10 Minuten erreiche ich den Kampus, auf den es wie im Ameisenhügel zugeht. Ein endloses Gewimmel in alle möglichen Richtungen. In den Pausen kann man das besonders gut beobachten.
Wenn ich zurück fahre, ist der Zug zum Glück nicht so voll, da kann ich meist sitzen. Eigentlich kann man die Rushhour nicht wirklich beschreiben, man muss sie erleben. Wie ich von anderen hörte, ist meine Linie eigentlich Spass, verglichen mit der Yamanotesen, die einmal um Tokyos Innenstadt fährt. Dort muss es viel schlimmer sein. Zum glück muss ich diese nicht nehmen.
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